Adriano Henney spricht über die Virtuelle Leber
“ Es ist eine ungeheure Herausforderung, der wir uns hier stellen. Es geht nicht nur darum, die Leber besser zu verstehen, sondern auch um einen kräftigen Impuls für das gesamte Forschungsgebiet der Systembiologie. Es geht um den Beweis eines direkten Nutzens für das Gesundheitswesen ”
Adriano Henney, Programmdirektor des deutschen Netzwerks Virtuelle Leber
Peter Hunter: Auf dem Weg zur effizienteren medizinischen Behandlung
“ Das Netzwerk Virtuelle Leber ist so wichtig, da heutige Gesellschaften enormen Summen für die Diagnose und Behandlung von Leberkrankheiten aufwenden müssen. Ein derartiges Forschungsnetzwerk kann dabei helfen, individuelle Patientendaten im wissenschaftlichen Kontext der Leberbiologie besser zu verstehen. ”
Peter Hunter, Director of the Auckland Bioengineering Institute, NZ
Marino Zerial über bildgebende Verfahren und multidisziplinäres Denken
“ Im Netzwerk Virtuelle Leber kombinieren wir Fachwissen aus der Mathematik, der Physik und den Ingenieurwissenschaften, um experimentelle Daten auszuwerten und mit Hilfe theoretischer Modelle Leberfunktionen vorhersagen zu können. ”
Marino Zerial, Direktor des Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden
Vision
Die angestrebte Virtuelle Leber wird ein dynamisches mathematisches Modell sein, das anhand quantitativer Daten Physiologie, Morphologie und Funktion der menschlichen Leber von der subzellulären Ebene bis zum Organ als Ganzes abbildet.
Nach Validierung des Modells im Kontext von Funktion und Anatomie des Organs stehen experimentell überprüfbare Vorhersagen zur Leberphysiologie, zum Funktionieren des Organismus und zu krankheitsbedingten Störungen zur Verfügung.
Was die Virtuelle Leber ist
- Ein repräsentativer Ausschnitt der Leberphysiologie in silico ohne den Anspruch einer vollständigen Nachbildung der Leber und ihrer Bestandteile .
- Eine Sammlung effizienter Instrumente:
- zum besseren Verständnis der Leberfunktion des gesunden und erkrankten Organs
- zur Aufstellung experimentell überprüfbarer Hypothesen
- zur Erzeugen von Simulationen
- zur Entscheidungsfindung basierend auf der Kenntnis von Wechselwirkungen anstatt anhand einfacher Daten
- Eine Plattform, die im Laufe der Zeit verändert, ergänzt und verbessert werden wird.
Ziele
- Übergang von Forschungsarbeiten auf der zellulären Ebene zur Betrachtung des gesamten Organs
- Fortführung der Erfolge von HepatoSys und Lernen vom Virtuellen Herzen
- Skalenübergreifende Darstellung der Leberphysiologie vom Zell- bis zum Organlevel
- Modular, flexibel und modifizierbar
- Bereitstellung neuartiger Werkzeuge, Prozesse, Technologien und von Know-How für die Systembiologie
- Nutzenbeweis für die medizinische Entwicklung
News
4th Conference on Systems Biology of Mammalian Cells (SBMC) vom 09.07.–11.07.2012 im Gewandhaus zu Leipzig.
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Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne
Johannes Bausch
Deutsches Netzwerk Virtuelle Leber
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 6221 5451454
Fax +49 6221 5451457
johannes.bausch@virtual-liver.de
Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 327
(room 203)
69120 Heidelberg, Germany
Netzwerk
Zum Netzwerk Virtuelle Leber gehören siebzig Forschungsgruppen, die über ganz Deutschland verteilt sind. Zur Unterstützung der eigenen Arbeiten baut das Netzwerk Verbindungen zu anderen Forschungsgruppen und internationalen Initiativen auf. Die Forschungsanstrengungen gliedern sich im Wesentlichen in drei Schwerpunktbereiche:
- Leberzellen: Die beteiligten Gruppen definieren und bilden Funktionen innerhalb der einzelnen Leberzellen ab und entwickeln aus diesen Daten mathematische Modelle zur Wiedergabe dieser Funktionen.
- Zellkommunikation:
Die Forschungsgruppen arbeiten daran herauszufinden, wie genau sich einzelne Zellen miteinander verständigen und so innerhalb organisierter Gewebe die komplexen Wechselwirkungen der grundlegenden Leberfunktionen koordinieren. Aus diesen Erkenntnissen sollen Modelle ganzer Gewebe entstehen. - Integration und Übertragung: Die größte Herausforderung stellt dieser Programmteil dar. Es gilt, die gewonnenen Modelle der unterschiedlichen Organisations- und Funktionsebenen der Leber in einer übergreifenden Modellierung zu integrieren - ein bisher einmaliges Unterfangen in der Systembiologie. Am Ende soll dann die Übersetzung dieser Modelle in klinisch relevante Anwendungen stehen.